Der Krekelentag - Ein Duisburger Feiertag!
In der Nacht zum 12. März 1445 marschiert der Kölner Erzbischof mit seinen Truppen von Süden her in Richtung Marienkirche und schleicht sich an die Stadtmauer heran, denn mit einem Überraschungsangriff wollen sie die Duisburger überwältigen. Doch glücklicherweise schrecken Vögel auf den Feldern und in den Büschen auf, sodass die Stadtwachen alarmiert sind und den Angriff erfolgreich abwehren. Der Erzbischof ruft ob des Verlusts von Soldaten und Kriegsgerät Verloren Kost aus, wodurch die Brücke am Marientor seit diesem Tag den Namen Verlörkesbrücke erhält. Von da an feiert die Stadt am Krekelentag die Abwehr des Erzbischofs und stiftet an jedem 12. März süße Brezeln und salzige Heringe an Bedürftige und Kinder.
Doch haben sich die Ereignisse tatsächlich so zugetragen? Ein kritischer Blick lohnt sich hier und eine historische Quelle aus dem Stadtarchiv Duisburg offenbart eine etwas andere Geschichte. In den Stadtrechnungen von 1445 steht an Position Nr. 717 geschrieben:
Auch fünf Frauen den Auenberg besehen, da die Feinde des Nachts an der Stadt gewesen haben zusammen fünf Albus . Gemeint sind fünf Wächterfrauen, die vom Duisburger Stadtrat bezahlt wurden, damit sie das Umland vor herannahenden Truppen ausspähen und Bericht erstatten.
Mit dem Krekelentag feiern wir in unserer Stadt einen echten Duisburger Feiertag und erinnern so an die mutigen Frauen, die Duisburg vor Kölnischem Einfluss bewahrt haben!
Bild: Auszug aus der Stadtrechnung von 1445 (Stadtarchiv Duisburg)
